Viele moostypische Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten sind in den vergangenen 150 Jahren schon verschwunden oder haben sich in wenige „Hotspots der Artenvielfalt“, beispielsweise entlang der Gewässer, zurückgezogen. Insbesondere das Gewässernetz im östlichen Vereinsgebiet ist als Natura 2000-Gebiet „Gräben und Niedermoorreste im Dachauer Moos" nach der europäischen FFH-Richtlinie ausgewiesen. Für dieses FFH-Gebiet liegt bereits ein sogenannter Managementplan vor.

Seit der Vereinsgründung werden auf Grundlage von Fachplänen, Gutachten und Konzepten Lebensräume für gefährdete Tiere und Pflanzen optimiert und neu geschaffen sowie Artenhilfsmaßnahmen durchgeführt (Archiv).

Mit dem Biodiversiätsprojekt „Neues Leben im Dachauer Moos“ (2013-2020) konnte der Verein gemeinsam mit vielen Partnern ein wegweisendes Vorhaben zur Umsetzung naturschutzfachlicher Ziele über kommunale Grenzen hinweg planen und realisieren. Aufgrund der Projekterfolge und seines Engagements wurde der Verein zum Natura 2000-Partner des Bayerischen Umweltministeriums ernannt.

Doch es gibt noch viel zu tun im Moos. Neben den Umweltverbänden und dem Landschaftspflegeverband Dachau e.V. ist der Verein Dachauer Moos e.V. bei Biotopneuschaffungen, Artenhilfsmaßnahmen und der Gewässerrenaturierung regelmäßig aktiv. Hierzu haben die Mitgliedskommunen im Vereinshaushalt ein Budget für ökologische Maßnahmen eingestellt. Deshalb ist es dem Verein möglich, auch verhältnismäßig unbürokratisch und somit kurzfristig Artenhilfs- und Landschaftspflegemaßnahmen zu verwirklichen. Sollten für die Sicherung und Entwicklung der Mooslandschaft komplexe und mehrjährige Projekte erforderlich sein, so werden Drittmittel akquiriert und Förderungen beantragt.

Auf unserer Startseite und bei Aktivitäten berichten wir laufend über die durchgeführten ökologischen Maßnahmen, die Sie auch hier im Folgenden nachlesen können:

Foto Massnahmen 03

Foto Massnahmen 01

Foto Massnahmen 04

Foto Massnahmen 06

 

Eschenried, März 2022

Der Kalterbach durchfließt in den Landkreisen Dachau und München die Gemeindegebiete Hebertshausen, Karlsfeld und Oberschleißheim sowie die Stadtgebiete von München und Dachau. Dieser interkommunale Bach mit über 11km Länge ist nicht nur das wichtigste Moosgewässer sondern auch ein Hotspot der Artenvielfalt in einem europäischen FFH-Schutzgebiet.

Hebertshausen, Oktober 2021

Wer sich die alten Fotos vom Kalterbach anschaut, traut seinen Augen kaum. Dieser breit in der Landschaft fließende Bach mit den vielen Nebengewässern soll unser schnurgerader und eingetieft durchs Gelände fließende Kalterbach sein? Er ist es tatsächlich. Dem Betrachter wird auch klar: Diesen ehemaligen Zustand werden wir sicher nicht mehr erreichen. Dazu hat sich das Dachauer Moos durch Torfabbau und Entwässerung in den letzten 150 Jahren zu sehr verändert. Aber dennoch kann viel für die Artenvielfalt im und an diesem Fließgewässer getan werden.

Gröbenzell, Ziegenbeweidung am Ascherbach, Mai 2021

Auf einer etwas versteckt liegenden Gröbenzeller Gemeindefläche am Ascherbach ist seit 10. Mai eine Herde Ziegen zu Gast: Insgesamt vierzehn Anglo-Nubier- und Buren-Ziegen einer örtlichen Nutztierhalterin werden zur Förderung der Lebensraum- und Artenvielfalt für etwa drei Wochen als „tierische Rasenmäher“ eingesetzt. Die Idee hat das Gröbenzeller Umweltamt gemeinsam mit dem Verein Dachauer Moos e.V. entwickelt, der das Pilotprojekt auch finanziert.

Karlsfelder Krenmoos, November 2020

„Das Schönste am Schwarzhölzl aber war,  [...] dass Kieferngruppen, Kiefernreihen, Einzelkiefern sowie Faulbaum- und Aschweidengruppen teilweise bis zu einem Kilometer weit als Vorposten den eigentlichen Wald umgaben. Zwischen den Baumgruppen erstreckten sich Wiesen, die bei Regen zur Seenlandschaft wurden.“ (aus: Josef Koller: Geliebtes Schwarzhölzl [Koller, 1990, S.40f.]

August 2020

Vor gerade mal 100 Jahren war der Kalterbach noch ein verzweigtes, sich oberflächennah durch die Landschaft windende Bachsystem. Zur Trockenlegung des Mooses wurde er dann von Kriegsgefangenen und anderen „freiwillig“ Zwangsverpflichteten begradigt und tiefer gelegt. Die bachbegleitenden Nasswiesen verschwanden ebenso, wie zahlreiche an das Gewässer gebundene Tierarten.

Libellenfenster im Hackermoos, Dezember 2019

Das bedeutsamste Vorkommen der Helm-Azurjungfer, einer vom Aussterben bedrohten Libellenart, findet sich in Deutschland in den warmen Moosgewässern des europäischen Natura 2000-Gebietes „Gräben und Niedermoorreste im Dachauer Moos“. Somit kommt dem Freistaat Bayern eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser FFH-Art zu.

Obergrashof, November 2019

Streuobstbestände sind unverzichtbare Elemente unserer Kulturlandschaft. Das Obst will natürlich auch verwertet werden. Deshalb sammeln Schulkinder bei Projekttagen im Umwelthaus Dachauer Moos am Obergrashof alljährlich Streuobst und pressen dieses zu einem köstlichen und gesunden Apfelsaft.

Günding, November 2019

Zwischen dem Gündinger Sportplatz und der Maisach gibt es eine Brachfläche im Eigentum der Gemeinde Bergkirchen, die sich aufgrund ihrer Lage besonders für die Anlage eines Feuchtbiotopes mit viel artenreicher Vegetation eignet. Deshalb hatten der Gartenbauverein Günding und sein Vorsitzender Hubert Kranz die Idee, an der Maisach ein Zeichen gegen das Artensterben zu setzen. Herr Kranz wendete sich an den Verein Dachauer Moos e.V., welcher das notwendige Wissen hat, wie ein solches Feuchtbiotop entstehen kann.