Durch Meldungen in verschiedenen Medien sensibilisiert, nimmt die Bevölkerung großen Anteil am Rückgang der Insekten, insbesondere der Wildbienen. Ebenso besteht seitens der Kommunen und Fachbehörden der Wunsch, Projekte und Vorhaben zur Etablierung von Blühflächen und somit zur Förderung der Insektenvielfalt zu unterstützen.

Projekte Blühflächen 00

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Quelle: https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/nationaler-artenschutz/insekten-schuetzen/hilfe-fuer-insekten-am-haus-und-im-garten/

 

Zwar wurden in mehreren Kommunen schon vorbildliche Blühflächen angelegt, aber dennoch werden zahlreiche Grünflächen im kommunalen Eigentum häufig sehr intensiv gepflegt bzw. gemulcht. Diese arten- und blütenarmen Flächen kommen nur sehr bedingt als Lebensraum für Insekten in Frage.

Bauhöfe und Mitarbeiter in der Verwaltung müssen häufig noch Erfahrungen hinsichtlich der fachlich anspruchsvollen Anlage und Pflege insektenfreundlicher Blühflächen sammeln. Zudem erfordert die Anlage von Blühflächen im öffentlichen Raum ein Umdenken bei den Kommunen und den Bürgern hinsichtlich des Erscheinungsbilds der Freiflächen und bei der Flächenpflege.

Aus diesem Grunde unterstützt der Verein Dachauer Moos e.V. seine Mitgliedsgemeinden bei der Anlage von Blühflächen im öffentlichen Raum durch verschiedene Maßnahmen und Aktionen:

  1. Auswahl geeigneter Flächen
    In jeder Kommune gibt es sogenannte „Eh-Da Flächen“. Dies sind kleine Ecken, Straßenränder, unbebaute Flächen unterschiedlicher Größe und sogar landwirtschaftliche Grundstücke im Eigentum der Gemeinde. Nicht alle Flächen sind zur Anlage von Blühflächen geeignet. Beispielsweise sollte der Boden möglichst mager und der Standort sonnig sein. Nach einer Vorauswahl durch die Kommune schaut sich der Verein Dachauer Moos e.V. die Flächen zusammen mit den Bauhofmitarbeitern an und es werden gemeinsam exemplarische Flächen zur Anlage von Blühflächen ausgewähl.

  2. Unterstützung der kommunalen Bauhöfe und Umweltämter
    Viele Bauhöfe müssen weitere Erfahrungen bei der Anlage und Pflege von Blühflächen sammeln. Häufig fehlen die passenden Gerätschaften und Maschinen. Deshalb überlegen sich Bauhofleiter, Gärtner, Kommune und der Verein Dachauer Moos e.V. gemeinsam, wie die ausgewählten Flächen am besten zum Blühen gebracht werden. Dabei sucht der Verein Dachauer  Moos e.V. beispielsweise das Saatgut aus oder macht Vorschläge zur Vorbereitung und Ansaat der Flächen.

  3. Wissenstransfer
    Die Anlage von Grünflächen ist nicht so einfach. Wäre dies der Fall, dann würde es in allen Ecken Bayerns blühen und summen. Die allermeisten Eh-Da-Flächen weisen nämlich bereits eine Vegetationsdecke, wie z.B. einen mehrmals im Jahr kostengünstig gemulchten Rasen auf. Wie kann dieser Rasen in eine Blühfläche umgewandelt werden? Welche Gerätschaften sind dazu erforderlich? Wie wird die Fläche gepflegt? Einige Gemeinden setzen ihre bisherige Erfahrung bereits um, andere Gemeinden werden einen erfahrenen Grünplaner engagieren und/oder einen Gärtner einstellen. Der Verein Dachauer Moos e.V. möchte die bereits vorhandenen Erfahrungen der Gemeinden zusammenführen und wird dazu einen Wissensaustausch organisieren.

  4. Bürgerinformationen – und aktionen
    Die Anlage von Blühflächen und insektenfreundliches Grün verändert das Siedlungsbild und erfordert ein Umdenken auch bei den Bürgern: Grünstreifen werden nicht mehr so häufig gemäht, hin und wieder bleibt mal eine „gschlamperte Ecke“ zum Schutz der Insekten stehen, angesäte Blühflächen entwickeln sich langsam und weisen nicht die gewohnte Blütenpracht gärtnerischer Anlagen auf. Der Verein Dachauer Moos e.V. möchte die Bürger über die Hintergründe und Konsequenzen einer insekten- und tierfreundlichen Gemeinde aufklären und natürlich auch Begeisterung für die Artenvielfalt wecken.

  5. Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Dachau e.V. und der Naturschutzbehörde
    Den Kommunen und vielen Bürgern ist es ein Anliegen, dass sich Blühflächen in ihrem Lebensumfeld etablieren. Aus diesem Grunde gibt es in den Kommunen sowie seitens der verschiedenen Vereinen und Verbänden zahlreiche Initiativen und Projekte gegen das Insektensterben. Beispielsweise wird der Landschaftspflegeverband Dachau e.V. dem kürzlich vom bayerischen Umweltminister Dr. Huber angekündigten Blühpakt Bayern (http://www.bluehpakt.bayern.de/) beitreten. Auch die Naturschutzbehörde am Landratsamt ist bereits aktiv (https://der-landkreis-dachau.deutschland-summt.de/) . Der Verein Dachauer Moos e.V. ist Kooperationspartner für verschiede Initiativen und Projekte. Er ist dabei beratend tätig, koordiniert und bündelt diese Aktivitäten für seine Moosgemeinden .

  6. Einzelbetriebliche Beratung für Landwirte
    Die Landwirtschaft ist der größte Flächennutzer im Dachauer Moos. Somit kommt den Landwirten eine Schlüsselrolle bei der Anlage von Blühflächen zu. Hierzu werden zahlreiche staatliche Förderprogrammen angeboten. Der Agraringenieur und Geschäftsführer des Vereins Dachauer Moos e.V., Robert Rossa, bietet eine kompetente Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe zur Anlage und Förderung von Blühflächen an.

  7. Beispiele für vorbildliche Blühflächen
    Bereits in der Vergangenheit haben die Kommunen schon vorbildliche Blühflächen angelegt. Letztendlich stehen viele Kommunen und Akteure aber noch mehr oder weniger am Anfang oder sammeln erste Erfahrungen. Insofern ist bei allen Beteiligten Geduld, aber auch Mut zur Veränderung gefordert.

    Doch die Sache ist wert: In unserem unmittelbaren Lebensumfeld wird es wieder bunter und mit der Wiederherstellung der Artenvielfalt tragen wir dazu bei, unser Naturerbe auch für kommende Generationen zu erhalten.

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Vorbildliche Blühfläche am Spielplatz in Ottershausen (Foto: Sybille Hein, uNB Dachau)

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Bereits etablierte Blühfläche auf einer Verkehrsinsel in Karlsfeld
(Foto: Claudia Schreiner, Umweltamt Karlsfeld)

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Eine Alternative für eintöniges Straßenbegleitgrün: Einjährige Blühmischung auf Randstreifen im Dachauer Gewerbegebiet (Foto: Verein Dachauer Moos e.V.)

Beispiele für vorbildliche Blühflächen