Moore haben im Laufe ihrer Entstehung riesige Mengen an Kohlendioxid aus der Atmosphäre gebunden und in Form von Torf gespeichert. Dieser Prozess läuft jedoch nur in einem dauerfeuchten Boden ab. Wird dieser entwässert, kehrt sich der Prozess um, Kohlendioxid wird frei und das Moor wird zum Problem für unser Klima.

 

Moorböden speichern im Torf überduchschnittlich viel Kohlenstoff. Bei Trockenlegung wird dieser in Form von CO2 frei
Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

 

  • Weltweit binden Moore auf nur drei Prozent der Landfläche mehr Kohlenstoff in der organischen Substanz wie die gesamte globale Waldfläche.

  • Etwa 1,3 Mio. Hektar Moore und Moorböden in Deutschland (= 5% der deutschen Fläche = 7% der Landwirtschaftsfläche)

  • Weltweit setzen degradierte Moore 2 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr frei und somit sind 0.3 % der globalen Landfläche verantwortlich für 6 % der weltweiten anthropogenen CO2- Emissionen.

  • Etwa 200.000 Hektar Moore und Moorböden in Bayern

  • Moore setzen allein in Bayern 4,9 bis 5,4 Millionen to CO2-Äquivalente pro Jahr frei (entspricht 6% der Gesamtemissionen Bayerns aus der Nutzung fossiler Energieträger).

  • Etwa 6.000 ha (unbebaute) Moorböden im Gebiet des Vereins Dachauer Moos e.V., davon werden alleine im Landkreis Dachau etwa 2.500 ha landwirtschaftlich sowie für den Gartenbau genutzt.

 


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Quelle: Greifswald Moor Centrum (Grafik: Sarah Heuzeroth)


Moore in der Landwirtschaft: Kleine Fläche - große Klimawirkung
Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

Die Zersetzung des ausgetrockneten Torfbodens und die damit verbundene Freisetzung (= Emission) von klimschädlichen Gasen ist umso höher, je mehr der Boden durchlüftet wird. Dies ist insbesondere bei der ackerbaulichen Nutzung der Fall. Auch für die Landwirtschaft wird der intensive Ackerbau langfristig zu einem großen Problem, da der fruchtbare Oberboden in absehbarer Zeit verschwunden sein wird.


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Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Was tun? Um die klimaschädlichen Emissionen zu senken, ist eine Umnutzung auf eine standortgerechte Landwirtschaft erforderlich. Wo es hydrologisch möglich ist, sollte zugleich der Bodenwasserhaushalt so reguliert werden, dass das Grundwasser nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche ansteht.

Entsprechende hydrologisch-standörtliche Gutachten hat die Regierung von Oberbayern im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2050 Moore in Auftrag gegeben (Stand: Frühjahr 2022). Es ist nämlich nicht so einfach, in einem dicht besiedelten Gebiet bei gleichzeitig sehr tiefem Grundwasserstand die Böden wieder zu vernässen, ohne Nachbarschaftskonflikte auszulösen.


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Quelle: Greifswald Moor Centrum (Grafik: Sarah Heuzeroth)

Ob nass oder nicht, für die Landwirtschaft bedeutet eine klimafreundlichere Nutzung der Torfböden die nahezu vollständige Umstellung ihrer Betriebsstruktur auf Paludikulturen (=Anbau von Rohrkolben und anderen Nassgräsern für Dämmungsmaterialien, als Brennstoff etc.) oder auf eine extensive Weidewirtschaft. Dazu müssen nicht nur umfangreiche Investitionen getätigt und gefördert, sondern es muss auch einen Ausgleich für die zu erwartenden Einkommensverluste geleistet werden. Deshalb hat die Bayerische Staatsregierung angekündigt, im Jahr 2023 ein „Moorbauernprogramm“ aufzulegen.


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Quelle: Greifswald Moor Centrum (Grafik: Sarah Heuzeroth)

Das für den Moorschutz erforderliche Wasser- und Flächenmanagement ist eine große Herausforderung nicht nur für den Verein Dachauer Moos e.V., sondern für alle staatlichen und kommunalen Institutionen sowie die Umweltverbände. Nur in einem intensiven Dialog mit der Landwirtschaft lässt sich diese generationenübergreifende Aufgabe gemeinsam meistern. Mit der Organisation von Infoveranstaltungen und -fahrten sowie der Gründung eines Arbeitskreises hat der Verein Dachauer Moos e.V. bereits begonnen, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten der Thematik zu stellen. Weitere Schritte werden folgen.


Weitere Infos
zur Klimarelevanz von Mooren, deren Schutz und Renaturierung:

Bundesamt für Naturschutz
Bayerische Landesamt für Umwelt
Greifswald Moor Centrum